Sarah Stoffers: Berlin: Magische Knochen. Amrun
spannend und düster

Nach der Begeisterung über Welt und Figuren des ersten Bandes tauchte ich mit hohen Erwartungen in Band zwei. Stoffers lässt ihre bekannten Figuren, die Erfinderin und Gleiterpilotin Mathilda Sturm und den Zauberlehrling und nun obersten Bibliothekar Fidelio Lafrenz auf der Suche nach der verschwundenen Ling Berlin verlassen. Ling ist eine Nebenfigur aus dem ersten Band, die einige Geheimnisse verbirgt. Sie ist die zweite Geliebte von Mathilda und bekommt im zweiten Band auch eine eigene Perspektive, die allerdings nicht sehr viel Raum erhält. Wie im ersten Band auch gibt es daneben noch weitere kurze Ausflüge in andere Perspektiven. So sehen Lesende einem Assassinen dabei zu, wie er seinen Lehrling misshandelt und entwertet und kaltblütig eine Person nach der anderen ermordet. Ich nahm an, dass jeder Mord sich in die Handlung einfügen würde. Leider war das nicht der Fall. Die zahlreichen Stränge und Anknüpfungspunkte, die teilweise bereits im ersten Band vorbereitet wurden, fallen hier auseinander. Der Weltenbau bleibt an vielen Stellen kryptisch, die einzelnen Regionen der Welt unverbunden.

„Rostiges Herz“ ist ein Magie-Steampunk-Roman, der in einem fiktiven Berlin in ca. 900 Jahren spielt. Der Klimawandel hat das Leben sehr schwer gemacht, aber die Wiederentdeckung der Magie ermöglichte eine Rettung. Nachdem unsere Welt samt der technischen Errungenschaften untergegangen ist, tobt nun ein ewiger Kampf zwischen Magiebegabten und Erfinder*innen, denn die Magiebegabten sehen sich als Retter*innen und die Ingenieur*innen als Grund des alten Übels. Das sorgt natürlich für einigen Unmut, der nur mühsam in Schach gehalten wird.
Einführung. Fritz Heidorn: Fiktionen als Realismus unserer Zeit
Die Zeitschrift beginnt mit einem illustrierten Haiku, den ich nur als solchen erkannt habe, weil es im Inhaltsverzeichnis stand. Ich hielt ihn für ein Zitat. Dann folgen Kurzgeschichten.

Der Einstieg in dieses Buch gelang mir schnell. Ich mochte den trockenen Humor und die punktgenauen Dialoge, diese Teile holten mich sehr ab. Dafür haben mich die Beschreibungen gelegentlich irritiert, so die eines quecksilberähnlichen Kopfes, der bronzefarben ist und golden glänzt.