Nick Fuller Googins: Der Plan zur Rettung der Welt. Heyne
tolle Ideen, aber nicht sehr figurennah

Der Klimawandel wurde nicht eingedämmt, die Meeresspiegel sind gestiegen, nur noch ein kleiner Teil der Erde ist ohne weiteres bewohnbar – das ist die Ausgangssituation dieses von Thomas Salter aus dem amerikanischen Englisch übersetzten Buches. Wir folgen Larch und seiner Tochter Emi, die in Nuuk auf Grönland wohnen, eigentlich mit Emis Mutter Kristina, aber die ist immer verreist, um Extraktionsdienst zu leisten: Rohstoffe aus den Erdregionen gewinnen, die aufgegeben werden mussten. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Die Ebene in der Zukunft berichtet von Emi und Larchs Alltag, Rückblenden zur Zeit der Klimakatastrophe, in der ein großer Umbruch stattfand, berichten von Larchs und Kristinas traumatischer Vergangenheit. Außerdem lesen wir einen Aufsatz von Emi, in denen sie ihre Mutter zum „Großen Übergang“ interviewt, und die Kommentare der Lehrerin dazu.

Ich habe selten ein Buch erlebt, das mich trotz seiner Langsamkeit so in den Bann zog. Lesend zog ich durch die Wohnung – wo eigentlich andere Aufgaben anlagen – und folgte Odile Ozanne durch, ja wie viele? Drei Leben?
„Blumen für Algernon“ von 1966 ist einer der Klassiker psychologischer Science-Fiction und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und immer wieder neu aufgelegt. Ich habe ein schickes Exemplar mit Farbschnitt ergattert: über die blau bemalten Seiten des Buches tanzen Mäuse. Auch auf dem Cover ist eine Maus abgebildet, aber wer hier eigentlich durch das Forschungslabyrinth eilt, ist ein Mensch.

Nachdem ich den ersten Teil der Serie ziemlich genossen habe, bin ich nach kurzer Pause in den zweiten Teil gehüpft. Und wurde herbe enttäuscht. Was im ersten Teil spritzig und abwechslungsreich daherkam, las sich nun repetitiv und oberflächlich. Carl und sein Team, das mittlerweile neben der sprechenden Katze Donut auch den Velociraptor Mongo enthält, metzeln sich durch Horden von Monstern, wobei Carl immer besser darin wird, Dinge in die Luft zu sprengen. Dabei nutzten sich die Gags für mich schnell ab: bemüht witzige und fiese Monster- und Errungenschaften-Beschreibungen, die Tatsache, dass Carl nur mit einer Unterhose bekleidet ist, und immer wieder die Lebensbedrohung, der sie stets nur knapp entgehen.
Leos Schreibstil zog mich schnell in den Text hinein. Flüssig und mit leisem Humor, der sich in eigenwilligen Vergleichen zeigt, enthält dieser Stil alles, was ich schätze. Sprachliche Perlen, die sich nicht zu wichtig machen, Phrasenarmut und dabei eine fließende Leichtigkeit: “Sie wirkte so, als wäre sie jederzeit in der Lage, einhändig hundert Liegestütze zu machen oder einer Schlange den Kopf abzureißen, vielleicht sogar beides gleichzeitig.”